1996 - 2022 herausgegeben von Dr. iur. Paul Tiedemann |
1. Sonstige Handlungen aus Gewissensgründen
10.1. Literatur
Heyen, Erk Volkmar
Zur immanenten Grenze der Gewissensfreiheit beim Mandatsverzicht
in: DÖV 1985, 772
zu: NdsStGH DÖV 1985, 676
In dem Beitrag geht es um eine Entscheidung des Niedersächsischen Staatsgerichtshofs, der das
Rotationsprinzip der "Grünen" für verfassungswidrig erklärte und die mit der Gewissensfreiheit des
Mandatsträgers begründeten Mandatsniederlegungen der Abgeordneten des Niedersächsischen
Landtages für rechtsmißbrächlich erklärt, die Wirksamkeit dieser Verzichserklärungen gleichwohl
anerkannt.
Gegen die Argumentation mit dem Rechtsmißbrauch wendet sich die verfassungsgeschichtliche
Interpretation der Gewissensformel, die mit "Gewissen" das Amtsgewissen versteht, "dem die
Verpflichtung auf eine verfassungsmäßige Amtsführung eigen ist." Unter diesen Voraussetzungen
hätten die Verzichtserklärungen für ungültig erklärt werden müssen. [hm]